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Sommerfest in Bad Leonfelden

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Gott sei Dank gibt es auch heute noch Menschen, die nicht nur für das eigene Wohl sorgen, sondern auch bereit sind, den vom Schicksal Benachteiligten Freude zu bereiten und zwar unentgeltlich und ohne Berechnung.


Der Verein Helfen statt reden handelt nach dieser Maxime und veranstaltet alljährlich Sommerfeste für die Behinderten in Oberösterreich.


Im Jahr 2003 wurde der Verein, namentlich der Initiator der Sommerfeste Helmut Hintermeier, auf großartige Weise von den Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Bad Leonfelden unterstützt. Die Verbindung zu ihnen und zu ihrem obersten Chef Alfred Hartl, dem Bürgermeister der Stadt Bad Leonfelden, hatte EOBrR Franz Czejka hergestellt.


Sehr sorgfältig wurde einvernehmlich ein Programm auf die Bedürfnisse der zu erwartenden Gäste abgestimmt, tagelang wurden umfangreiche Vorbereitungen getroffen, auch die Wirtschaftstreibenden wurden um Unterstützung gebeten und schließlich wurde die ganze Bevölkerung eingeladen: Das Sommerfest sollte ein richtiges Integrationsfest werden!


Der Idealismus der FF Bad Leonfelden muss wohl ansteckend gewirkt haben, denn Getränke und Imbisse wurden kostenlos für das Fest am Sonntag, dem 18. Mai zur Verfügung gestellt. 190 Behinderte aus Hartheim, Freistadt, Linz, St. Georgen an der Gusen, Hofkirchen im Traunkreis, St. Florian und anderen Gemeinden trafen am frühen Nachmittag in Bad Leonfelden beim neuen Zeughaus der Feuerwehr ein.


Dort war alles bereit: Imposante Feuerwehrfahrzeuge, ausreichend Tische und Bänke in und vor der Fahrzeughalle, dazu hilfsbereite Feuerwehrmänner und √frauen, die die Eintreffenden sogleich mit frisch gegrillten Würsten, knusprigem Gebäck und Getränken versorgten.
Nach dem Essen war man gestärkt für aufregende Vorführungen. Da bot die Feuerwehrjugend zunächst eine Wett- und Zielübung mit Kübelspritzen, danach konnte die Tragkraft des riesigen Kranfahrzeugs bestaunt werden. Die Aufbringung eines Schaumteppichs erschien den begeisterten Behinderten wie ein Wintermärchen, viele wollten die Beschaffenheit des weißen Traums mit eigenen Händen fühlen. Einige Mutige durften sogar das gewaltige Schaumrohr halten.


Strahlende Gesichter gab es auch beim anschließenden Stationenbetrieb, bei dem alle Gäste, selbst die Rollstuhlfahrer, die Möglichkeit hatten sich zu beteiligen. Da konnte man sich in echten Schiffschaukeln wiegen, wie sie früher auf Jahrmärkten aufgestellt waren, überdies bot sich die Gelegenheit zum Spritzen, was ja wohl die meisten mit dem Löschen der Feuerwehr in Verbindung brachten. Es war den Behinderten die Freude ins Gesicht geschrieben, als sie mit dem Wasserstrahl aufgestellte Pet-Flaschen umwerfen durften. Schließlich war noch der Wurf in den Schlucker-Pauli gefragt, eine Holzfigur mit weit offenem Mund, in den man Bälle schießen konnte. Jeder Treffer wurde mit einer Süßigkeit belohnt und für die Erfolglosen gab es natürlich Trostpreise.


Dass bei diesen Bewerben alles reibungslos und sogar ohne die geringste Verletzung verlief, ist eindeutig der Umsicht und dem Engagement der Feuerwehr Bad Leonfelden zu danken. Ihr Kommandant Ernst Hettrich-Keller hatte ein sehr gut eingespieltes Team in Einsatz gebracht, das sich bei dieser außergewöhnlichen Aufgabe hervorragend bewährt hat.


Die Veranstaltung wurde auf angenehmste Weise auch musikalisch untermalt, sehr zur Freude der vielen Behinderten, die glücklich tanzten oder sich zur Musik rhythmisch bewegten.


Eindeutig den Höhepunkt dieses wunderschönen Nachmittags erlebten die Gäste zum Schluss: Bürgermeister Alfred Hartl hob in einer berührenden Ansprache hervor, dass es ihm selbst große Freude bereitet habe, die Bewohner seiner Gemeinde, seine Feuerwehrleute und die behinderten Gäste in so guter Stimmung zu sehen. Er beglückwünschte sich, mit ihnen ein Fest zu feiern zu dürfen, das als Beispiel für gelebte Integration in die Geschichte der Stadt Bad Leonfelden eingehen wird. Dann überreichten die Feuerwehrleute allen Gästen Medaillen aus Stahlschnitt sowie große Lebkuchenherzen der Fa. Kastner. Nichts hätte sie glücklicher machen können. Stolz trugen sie ihre Erinnerungsgeschenke um den Hals, als sie winkend die Heimfahrt in ihren Bussen antraten. Von der Feuerwehr Bad Leonfelden werden sie wohl noch lange schwärmen!


Und weil Czejka den behinderten Freunden der Feuerwehr die Vorfreude gönnte, kündigte er ihnen gleich eine ähnliche Veranstaltung im Jahr 2004 an, ein Sommerfest in Freistadt.
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