bartop

Feuerwehrmuseum

header

Navigation

Home

Über das Museum

Helme und
ihre Geschichten


Alte
Dokumente


Alte Geräte
und Ausrüstungen


Alte Fotos

Bemerkenswerte Brände
und Einsätze


Florian,
Florian, Florian


Orden

Jubiläumsveranstaltungen

Feuerwehr-Erfindungen

Katastrophen

Feuerwehr-Freundschaften

Kameradschaft der
Feuerwehroffiziere


Feuerwehrübungen

Feuerwehr und
Sport


Tiergeschichten

Lehrtätigkeit


Bergung eines Autokippers aus der Donau

Home > Bemerkenswerte Brände und Einsätze > Bergung eines Autokippers aus der Donau


Bild: Bergung1:
Bild: Bergung2:
Bild: Bergung3:
Bild: Bergung4:
Bild: Bergung5:
Bild: Bergung6:
Franz Czejka war bei diesem für damalige Verhältnisse spektakulären Einsatz am 3.1.1959 zwar nicht als Einsatzleiter, sondern als einer der Gruppenkommandanten dabei, die Aktion ist ihm jedoch wegen ihrer Gefährlichkeit gut in Erinnerung geblieben.

Dazu kommt, dass er den Bericht über diesen Einsatz, der ihm einmal in die Hände gelangte, über viele Jahre sorgsam hütete, wurde er doch von Branddirektor Dipl. Ing. Alfred Sautner selbst verfasst.

Czejka hatte große Hochachtung vor seinem damaligen Chef, er war einer von insgesamt sieben Branddirektoren, die Czejka im Laufe seiner Dienstzeit als Vorgesetzte hatte. Heute würde man sagen, Czejka war ein großer "Fan" von Sautner.

Interessant ist Sautners Einsatzbericht auch durch einige heute gar nicht mehr üblichen Fachbegriffe und die etwas verwundene Amtssprache, der man sich damals noch bediente.

Und noch etwas Besonderes zu diesem Bericht: Er war einer der ersten, der auch bebildert war: Früher war es nicht üblich, oder schwer möglich, bei Einsätzen Fotos zu machen. Einer der Bahnbrecher auf diesem Gebiet war der erste Feuerwehrfotograf Anton Jäger.

Hier der Bericht, erstellt am 20.1.1959, mit dem Aktenzeichen 11-1301-B12 und dem Betreff: Bergung eines Autokippers aus der Donau

"Zum Abtransport von Gesteinsmassen, die beim Bau des Römerbergtunnels in Linz aus dem Felsmassiv gesprengt werden mussten, wurde ein Autokipper der Fa. Mayreder, Kraus und Co. eingesetzt.
Der Autokipper war 8 Tonnen schwer und wurde von der VÖEST, Werk Liezen, gebaut.

Die Gesteinsmassen waren für die Uferverbauung bei der Nibelungenbrücke vorgesehen, wo sie der Autokipper abschüttete. Anlässlich dieser Arbeit kam der Autokipper am 3. Jänner 1959 ins Rutschen und stürzte dabei in die Donau.

Der Lenker konnte sich nur durch Absprung retten. Das Fahrzeug versank jedoch so tief, dass nur mehr ein Teil des Lenkerhausdaches außerhalb des Wassers blieb.

Das Bauunternehmen holte die Berufsfeuerwehr Linz zur Bergung herbei und stellte selbst auch einen Caterpillar als Zugmaschine bei. Nach Aussetzen zweier Zillen des Zillenwagens der Feuerwehr wurde zunächst um das Gerüst des Fahrzeuglenkerhauses eine Drahtseilschlinge gelegt und der Autokipper mit dem Kranrüstwagen näher an das Ufer gezogen.

Nun konnte der Autokipper mit weiteren Drahtseilen bereits am Fahrzeugrahmen befestigt und an einem Kaibüffel verankert werden.

Nach mehrmaligem Umheften und Weiterziehen war der Autokipper so weit gehoben, dass auch am vorderen Rahmenteil ein Drahtseil befestigt werden konnte. Dieses Drahtseil wurde beim Caterpillar angeschäkelt.

Der Autokipper musste nun um 90 Grad gedreht werden und dann in Richtung Caterpillar auf dem selben Weg herausgezogen werden, den er zuerst hinunterlief. Dies war der kritischste Augenblick, da durch die Strömung und infolge der Neigung des Stromgrundes ein Kippen des Fahrzeuges sehr leicht möglich war. Es durfte nicht zu schnell, aber auch nicht zu langsam mit dem Caterpillar gezogen werden.

Die Drahtseile vom Kranwagen und vom Uferbüffel wurden vorher noch in die geeignetste Lage gebracht, um das Kippmoment am besten aufnehmen zu können. Dann wurde gezogen und es gelang. Zum Heraufziehen über die Schüttböschung wurde der Kranwagen noch umgestellt, um im Falle eines Seilrisses eine Sicherung zu haben.

Die Bergung des Fahrzeuges wurde in 4 Stunden durchgeführt. Leider konnten von den letzten Arbeitsvorgängen keine Aufnahmen mehr gemacht werden, weil inzwischen die Nacht bereits herangekommen war. Eisige Kälte und die Schneelage erschwerten die Aktion erheblich."

Bleibt noch zu erwähnen, dass bei diesem Einsatz vor allem zwei Feuerwehrmänner durch besondere Leistung, Umsicht und Geschick auffielen: Die Männer in der Zille Johannn Kutschera und Johann Heindl.


Copyright 2017 - Feuerwehrmuseum