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Tödliche CO2-Menge in Puchenauer Stollen

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Bild: Stollen1: Bild: Stollen2: Bild: Stollen3: Bild: Stollen4: Bild: Stollen5: Bild: Stollen6: Bild: Stollen7: Bild: Stollen8: Bild: Stollen9: Bild: Stollen10: Bild: Stollen11: Bild: Stollen12: Einen "guten Riecher" im wahrsten Sinn des Wortes bewies im Jahr 1983 in Puchenau bei Linz der Hausbesitzer Eugen Auböck.




Wie auf dem Bild zu sehen ist, steht sein Haus auf einer Anhöhe, die zugehörigen Garagen liegen viele Meter tiefer an der Straße. Auböck hatte es satt, in seine Garagen nur über eine lange Treppe im Freien gelangen zu können, was insbesondere im Winter wegen der Vereisung der Stiegen zu Problemen führte. Also begann er, sich einen Zugang zu seinen Garagen im Berginneren zu bauen.




Beim Graben eines Stollens, der vom Wohngebäude zu den Garagen führen sollte, verspürte Auböck in etwa 14 Metern Tiefe plötzlich Herzbeschwerden und litt unter Atemnot.



Der vorsichtige Stollenbauer verständigte darauf hin die Berufsfeuerwehr der Stadt Linz, die bereits zweimal vorher im Gemeindegebiet Puchenau gefährliche CO2-Mengen festgestellt hatte.




Die Berufsfeuerwehr war sogleich zur Stelle und ließ den Erdtunnel sofort sperren, nachdem in dem bereits 25 Meter langen und knapp zwei Meter hohen Erdstollen hohe CO2-Mengen festgestellt wurden.




Da die Gefahr einer hohen Kohlendioxid-Konzentration in den Kellern und Brunnen der Gemeinde Puchenau bekanntlich latent war (und immer noch ist), beschloss OBrR Franz Czejka, gemeinsam mit den Freiwilligen Feuerwehren Puchenau und Reichenau sowie der Betriebsfeuerwehr der Chemie Linz AG an Ort und Stelle, also in Auböcks Haus, eine Übung durchzuführen, um weitere Erkenntnisse zu gewinnen. Man erwartete sich Aufschlüsse über die Menge und Herkunft des Kohlendioxids.




Die Übung wurde am 14. Dezember 1983 angesetzt. Wie Einsatzleiter Oberbrandrat Franz Czejka von der Linzer Berufsfeuerwehr nach der Übung erklärte, erwies sich die Ansammlung des geruchlosen Kohlendioxids, das schwerer ist als Luft und zu Boden sinkt, bereits in wenigen Metern Tiefe als für Menschen tödlich.




Die Feuerwehrmänner installierten darauf hin am Stollenboden unter schwerem Atemschutz einen Ventilator und entlüfteten das Erdloch auf diese Weise innerhalb von 30 Minuten.




Bereits zwei Stunden später erreichte die Kohlendioxidmenge im Stollen jedoch wieder eine sehr gefährliche Konzentration, weshalb das Betreten weiterhin verboten wurde.




Ein Vorkommen von dermaßen konzentrierten Mengen des Giftgases Kohlendioxid wie im Gemeindegebiet Puchenau sei nicht typisch für den Raum Linz, stellte OBrR Franz Czejka fest.




Da der CO2 enthaltende Erdstollen inmitten von Granitschichten liegt, wo normalerweise CO2 nicht entsteht, wie der Geologe HR Doz. Dr. Hermann Kohl erklärte, vermutete man, dass das giftige Gas möglicherweise durch Erd- oder Gesteinspalten von höher gelegenen Gebieten, etwa aus der Koglerau, absinkt.



CO2 entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen, wie man sie aus Futtersilos und Gärkellern kennt. Da das Erlöschen von Kerzenlicht ein sicherer Beweis für das Vorhandensein von Kohlendioxid ist, wurde den Bewohnern empfohlen, bei tiefer reichenden Erdarbeiten aus Vorsichtsgründen eine "Kerzenprobe" zu machen. Mittels einer Kerze hatte Franz Czejka dem Hauseigentümer Auböck auch überzeugend vorgeführt, ab welcher Stufe im Erdstollen Erstickungsgefahr droht, nämlich ab der Stelle, an der das Kerzenlicht erlischt.




Die Freiwillige Feuerwehr Puchenau mit ihrem Kommandanten Karl Grubmüller hat aus den Kohlendioxid-Vorfällen in ihrem Einsatzbereich ebenfalls Konsequenzen gezogen und sich unverzüglich mit Gasspürgeräten ausgerüstet.


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