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KHD-Übung Urfahr-Umgebung

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Bild: ÜbungUU1: Bild: ÜbungUU2: Bild: ÜbungUU3: Bild: ÜbungUU4: Bild: ÜbungUU5: Bild: ÜbungUU6: Bild: ÜbungUU7: Bild: ÜbungUU8: KHD heißt Katastrophenhilfsdienst.

Die Hochwasserkatastrophe 1954 gab Anlass dazu, dass der oberösterreichische Landtag den Aufgabenbereich des oö. Landesfeuerwehrverbandes gesetzlich erweiterte, galt es doch, in Hinkunft auf Katastrophen jeglicher Art optimal vorbereitet zu sein.
Regelmäßige Übungen der Feuerwehren im Land, in den Bezirken, aber auch in jeder Gemeinde waren die Folge.

Im Feuerwehrbezirk Urfahr-Umgebung war eine derartige Übung für den 21. Juni 1975 geplant. Als Ort der Übung wurde der so genannte "Brücklstadl" an der Hirschbacher Bezirksstraße bei der Abzweigung zum Schlossviertel vor der Ortschaft Reichenau im Mühlkreis ausersehen.

Die Vorbereitung dieser Großübung lag in den Händen des damaligen Bezirksfeuerwehrkommandanten Günther Gielge, des Kommandanten der Freiwilligen Feuerwehr Reichenau Hubert Pargfrieder sowie des BrR Franz Czejka von der Berufsfeuerwehr Linz, der als Berater beigezogen wurde.

Die Teilnahme der Feuer- und Bergebereitschaft des Feuerwehrbezirkes Urfahr-Umgebung wurde verfügt, alle Feuerwehrkommandanten des Bezirkes wurden als Beobachter eingeladen.

Übungsannahme war der folgende Sachverhalt:
"Ein mit Benzin gefüller Tank stürzt im Wiesengelände neben dem Altbach, einem Ursprungsbach des Flusses Gusen, um.
Mehrere nachfolgende Kraftfahrzeuge kollidieren, sie stürzen nach einer Serienkarambolage ebenfalls über die Böschung.

Der Unfall wird von einem vorbei kommenden PKW-Fahrer an die FF Reichenau gemeldet. Diese setzt die ersten Einsatzmaßnahmen und alarmiert per Funk das Bezirksfeuerwehrkommando Urfahr-Umgebung, die Gendarmerie, das Rote Kreuz und die Straßenmeisterei.

Das Bezirksfeuerwehrkommando gibt Großalarm und beordert die Feuer- und Bergebereitschaft des Bezirkes an die Unfallstelle.
Die erste Aufgabe für die FF Reichenau lautet: Menschenrettung. Einige in den Fahrzeugen eingeschlossene Personen sind zu bergen.

Ferner wird der Unglückskraftfahrer des Tankfahrzeuges aus einem Tümpel, in dem sich bereits ausgeflossenes Benzin befindet, gerettet, er wird seiner Kleider entledigt, entsprechende erste Hilfemaßnahmen werden eingeleitet. In der Folge werden die verunfallten Personen dem Gemeindearzt und später den Helfern des Roten Kreuzes überantwortet.

Wegen der Entzündungsgefahr (Explosionsgefahr) wird als nächste Maßnahme die Sperre des Verkehrs und eine Umleitung desselben durch die Gendarmerie veranlasst.

Nachdem auch angenommen wird, dass Kraftstoff in das Bachgewässer einfließt und somit eine Verseuchung des Wassers und des Erdreichs befürchtet werden muss, wird versucht, die Ölverseuchung mittels Brettersperren und PVC-Planen einzudämmen. Bei sämtlichen Arbeiten im Bereich der ausgeflossenen brennbaren Flüssigkeit wird besonders der Brandschutz und der Gesundheitsschutz der Feuerwehrleute beachtet, Löschgeräte werden bereit gehalten, Schutzkleidung wird getragen.

Ölbindemittel, Wasserversorgung und Schaumbildnermittel werden selbstverständlich bereit gehalten.
Provisorische Auffangbehälter werden aus Steckleiterteilen und PVC-Planen errichtet.
Zum Aufsaugen des in den Boden eingedrungenen Kraftstoffs werden Gräben ausgehoben, in diese werden Ölbindemittel zur Kraftstoffbindung eingebracht.
Ex-geschützte Pumpen werden zum Umpumpen des Kraftstoffes in Betrieb genommen.

Die Bergung der Fahrzeuge erfolgt unter besonderen Sicherungsvorkehrungen. Mittelschaum wird aufgebracht, auch der leere Tank wird mit Mittelschaum gefüllt.
Besonders wichtig: Das Bachbett wird von der Unfallstelle weg bis in den Ort Reichenau aufmerksam kontrolliert - der Verlauf des ausgetretenen Kraftstoffes wird ständig im Auge behalten. Dazu wird das Bachwasser mit einem Grünfarbstoff versetzt, um eine mögliche Verschmutzung anzudeuten."



Obwohl seit dieser Übung schon viele Jahre vergangen sind, ist sie vielen teilnehmenden Feuerwehrleuten, aber auch Zusehern in Erinnerung geblieben. Wertvolle Erkenntnisse wurden aus der Übungsannahme gezogen - damals waren Unfälle mit Kraftstoffaustritten noch nicht in dem Maße an der Tagesordnung wie heute.


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