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Stierkampf am Linzer Bahnhof

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Gefährliche Einsätze der Feuerwehr haben nicht immer nur mit Bränden, Unfällen oder Sicherungsmaßnahmen zu tun. Manchmal können einen auch Tiere ganz schön ins Schwitzen bringen. So geschehen im Sommer der frühen 80er Jahre auf dem Bahnhof Linz, Gleis 1.



Folgende präzise Meldung des Bahnhofsvorstands erreichte die Berufsfeuerwehr Linz in den frühen Abendstunden:
"Bitte um schnelle Hilfe! Ein Stier ist aus einem Viehwaggon ausgebrochen, er steht mit den Hinterbeinen auf dem Perron, der Kopf ist im Waggon eingeklemmt!"




Diese Meldung nahm der Dienst habende Feuerwehroffizier Franz Czejka entgegen. Er entschied sofort, dass dieser Einsatz nicht ohne einen Experten im Umgang mit Stieren zu bewältigen war. Über Funk erging daher sein Befehl an einen bei der Berfusfeuerwehr beschäftigten Fleischhauer: "Handschuhmacher, sofort an die Einsatzstelle!"




Am Bahnhofgelände bot sich ein beklemmender, aber auch Mitgefühl erregender Anblick: In einem Viehwaggon, der zum Transport nach Lybien bestimmt war, rissen 8 Bullen mit ganzer Kraft an den Leinen. Sie waren nicht getränkt worden und hatten mächtigen Durst. Einer der Bullen stand mit den Hinterbeinen im Freien, den Kopf eingeklemmt zwischen den Latten eines Holzgitters. Der kräftige Stier versuchte dieser Pein zu entkommen, er schob beim Versuch, den Kopf frei zu bekommen, den Waggon hin und her.




Als erste Einsatzmaßnahme wurde Wasser im Sprühstrahl auf die durstenden Tiere gerichtet, damit trat Ruhe ein. Im Waggon bot sich ein schreckliches Bild, zwei der Bullen lagen verletzt am Boden. Deren Notschlachtung war unumgänglich. Vorerst aber musste der eingeklemmte Stier in Sicherheit gebracht werden. Dabei erwiesen sich die Feuerwehrmänner Radinger, Wimmer, Peischl und Kögl, vor allem aber der Fleischhauer Handschuhmacher als überaus mutig und geschickt. Der Stier wurde mit Feuerwehrhemden geblendet und dann Stück für Stück über Rampen und Geleise gebracht. Eine aufregende und sehr gefährliche Tätigkeit, waren doch die immer wieder durchfahrenden Züge zu berücksichtigen!




Polizeibeamte waren zur Sicherung herbei gerufen worden, sie standen für alle Fälle schussbereit auf den Bahnsteigen. Bis die Tiere zum Abtransport schließlich zu den Fahrzeugen der herbei gerufenen Fleischerbetriebe gelotst werden konnten, vergingen Stunden. Der mächtige Bulle, der den Waggon bewegt hatte, musste zwischendurch angepflockt werden. Immer wenn das Blendtuch von den Augen verrutschte, bäumte er sich furchterregend auf, er stieß und trat heftig um sich. Der "Stierkampf" ging für die Feuerwehrleute gut aus. Eine derartige Vorstellung wie in einer spanischen Arena wollen sie dennoch nicht mehr besuchen.



Zum Glück wird die Feuerwehr nicht oft mit dermaßen gefährlichen Tiereinsätzen befasst. Die Mehrzahl der Tiergeschichten verläuft viel harmloser.


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