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Sprengung der Wollzeugfabrik

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Bild: Wollzeugfabrik:
Bild: Wollzeugfabrik1:

Bild: Wollzeugfabrik4:



Die Linzer Wollzeugfabrik gilt im Rückblick als eines der bedeutendsten Baudenkmäler aus der Frühzeit der österreichischen Industrie. Der stattliche Barockbau wurde 1672 vom Linzer Bürger Christian Sint gebaut und beherbergte in seiner besten Zeit bis zu 1000 Arbeiter.


An der Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert vollzog sich in Oberösterreich der Übergang von der Schafwoll- und Leinenerzeugung auf die Baumwollverarbeitung. Der neue Rohstoff drängte die traditionellen Erzeugnisse immer mehr zurück. Ablesbar ist dieser Wandel am Niedergang und der schließlichen Auflassung der Linzer Wollzeugfabrik trotz zuletzt erfolgter Spezialisierung in der Produktion auf die Herstellung von Teppichen.


Im 19. Jahrhundert wurde der Bau als Kaserne und Tabakfabrik verwendet und in der Folge allmählich dem Verfall preisgegeben. Das schöne Bauwerk verkam immer mehr, Reparaturen wurden nicht vorgenommen, das Dach brach ein - aus dem einstigen Barockjuwel wurde eine ekelerregende Brutstätte für Ratten, Mäuse und Fledermäuse.


Schließlich wurde das Gebäude zur Bedrohung und Gefahr für Linzer Bürger und Kinder - nicht nur wegen des Seuchen übertragenden Getiers, sondern auch wegen der verrottenden Bauteile, die immer wieder einstürzten. Man entschloss sich, den Bau zu sprengen und beauftragte damit im Jahr 1969 das österreichische Bundesheer (Pioniere) und zur Sicherung Polizei, Rotes Kreuz und die Linzer Berufsfeuerwehr mit Einsatzleiter Franz Czejka. Die Sprengung sollte rasch und ohne Gefährdung des Umfeldes durchgeführt werden.


Die Sprengung selbst gelang nicht so perfekt, wie man es sich vorgestellt hatte. Das Mauerwerk und der Dachstuhl blieben teilweise stehen. Nachsprengungen waren nötig. Das bedeutete für die Sicherungskräfte eine äußerst gefährliche Einsatztätigkeit. Teils mit Stahlseilen und anderen Stütz- und Sicherungsmaßnahmen mussten die desolaten Bauteile immer wieder abgesichert werden, damit weitere Sprengladungen angebracht werden konnten.
Es galt auch, die Schaulustigen zurückzudrängen, die sich mutwillig in Gefahr begaben.


An der Stelle der alten Wollzeugfabrik stehen jetzt schöne Wohn- und Bürobauten. Dennoch entringt sich manchem Historiker ein Seufzer, wenn er daran denkt, dass die Wollzeugfabrik unwiederbringlich abgetragen wurde.


Besser als die Sprengung der Wollzeugfabrik gelang später die Sprengung des Magazins bzw. des Werkstättengebäudes der Tabakfabrik im Jahr 1980.
Bild: Wollzeugfabrik2: Bild: Wollzeugfabrik3:


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