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Massenunfall auf der Autobahn

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Bild: Wachtberg9: Bild: Wachtberg1: Bild: Wachtberg2: Bild: Wachtberg3: Bild: Wachtberg4: Bild: Wachtberg5: Bild: Wachtberg11: Bild: Wachtberg6: Bild: Wachtberg7: Bild: Wachtberg8: Bild: Wachtberg10: Am 23.1.1971
um 11 Uhr meldete die Funkvermittlung der Polizeidirektion Linz einen schweren Verkehrsunfall im Ortsgebiet Linz-Ebelsberg-Wachtberg auf der Autobahn Richtung Salzburg.


Entsprechend dem KHD-Organisationsplan rückte die Berufsfeuerwehr Linz mit einem technischen Zug mit Kommandofahrzeug, Tanklöschfahrzeug und Kranfahrzeug zur Unfallstelle aus. Starker Nebel auf der Wienerstraße-Ebelsberg bis in das Ortsgebiet Pichling beeinträchtige die Sicht, von der Autobahnauffahrt Asten bis zum Mönchgrabenberg herrschte hingegen vorwiegend Sonnenschein, was zum ersten Unfall bei Kilometer 166,8 auf einer Talfahrtstrecke am sogenannten Wachtberg führte. Dabei handelte es sich zunächst nur um einen kleineren Auffahrunfall zweier PKWs mit Blechschaden. Zur Absicherung der abgestellten Fahrzeuge wurde ein Warndreieck aufgestellt. Ein später auf der abschüssigen Strecke fahrender Lastzug wurde vermutlich nach Erkennen des Warnzeichens stark abgebremst, der LKW kam dadurch aus der Spur und stellte sich schräg zur Fahrbahn. Ein nachkommender Autobus mit 58 Schülern und Lehrkräften prallte mit großer Wucht auf den Anhänger.





In der Folge fuhren zahlreiche weitere Fahrzeuge auf. In Summe waren 102 Fahrzeuge in diesen Massenunfall verwickelt!



Bei Eintreffen der Feuerwehr betrug der Fahrzeugrückstau bereits 2,5 km. Bei einer Sichtweite von 20 bis 30 m passierten die Feuerwehrfahrzeuge drei kleinere Unfallstellen (es handelte sich um Auffahrunfälle von PKWs), bis sie die in dichten Nebel gehüllte Großunfallstelle erreichten.



Den Helfern bot sich ein grauenhaftes Bild. Viele Verletzte lagen auf der Straße und an den Fahrbahnrändern. In einem Autobus befanden sich 12 teils Schwerverletzte zwischen den Sitzen und Trümmern eingeklemmt. Der Vorderteil des Autobusses war völlig eingedrückt, in ihm steckte das aufgehobene Heckteil eines Lastzuganhängers, der mit schweren Papierrollen beladen war. Unter dem Schiträger des Busses war ein PKW eingekeilt und hinten dran steckten, ineinander geschachtelt, weitere fünf PKW. Ein Fahrzeug steckte total zusammengedrückt unter der Hinterachse des Lastzuganhängers und im Führerhaus eingeklemmt befand sich der schwerstverletzte Fahrer. Die vorderen Sitze des Busses waren bis zur 5. Reihe zurückgeschoben, dazwischen die Unfallopfer mit zum Teil abgetrennten Körperteilen, Knochenbrüchen und inneren Verletzungen. Ausgeflossener Kraftstoff und Motoröl der schwer beschädigten Fahrzeuge bildeten eine zusätzliche Gefahr für die eingeklemmten, vom Unfall betroffenen Personen.



Unter Einsatz aller zur Verfügung stehenden Mittel begannen die Einsatzkräfte der Feuerwehr, bestehend aus dem Kommandanten Franz Czejka und 31 Mann und 8 Fahrzeugen, darunter Männer der Freiwilligen Feuerwehren Ebelsberg und Pichling, mit der Befreiung der Eingeklemmten. Trennscheiben, Eisensägen, Kraftzangen und Schraubenschlüssel wurden dazu eingesetzt. Löschdecken und Geräte für die Löschhilfe wurden bereit gehalten. Ausgeflossenes Benzin, Diesel- und Motoröl wurde mit Pulver teils abgedeckt, um eine Entflammung zu verhindern.



Unter schwierigsten Bedingungen, in steter Zusammenarbeit mit den Ärzten des Roten Kreuzes wurden unter Bedachtnahme auf den jeweiligen Grad der Verletzung 12 Unfallopfer geborgen. Die jungen Feuerwehrmänner, unter ihnen Alfred Wimmer, Fritz Ettinger und Michael Parzer, bewährten sich bei dieser extremen Belastungsprobe hervorragend. Drei Schwerstverletzte erlagen tags darauf ihren Verletzungen.



Die Wracks wurden teils händisch, teils mit dem Kran von der Fahrbahn gechafft und am Fahrbahnrand abgestellt. Die Autobahn wurde gesäubert, die Insassen der nicht mehr fahrbereiten Kraftfahrzeuge wurden nach Linz gefahren. Der Abtransport der beschädigten Fahrzeuge dauerte bis zum nächsten Tag.






Um diesem Katastropheneinsatz abschließend etwas Positives abzugewinnen sei erwähnt, dass die Zusammenarbeit aller beteiligten Behördenorgane, Organisationen und Hilfskräfte hervorragend verlief und somit die Bergung der eingeklemmten Personen innerhalb einer halben Stunde abgeschlossen werden konnte.