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Abschied von Franz Czejka

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Franz Czejka ist am 26. Mai 2015 - einen Tag vor seinem 89. Geburtstag - völlig unerwartet gestorben.

Er war der Inbegriff für Vitalität und eine durch und durch positive Lebenseinstellung. Viele Menschen hat er mit seinem hilfsbereiten Wesen und seiner Ausstrahlung beeindruckt, in vielen Bereichen war er für die Menschen ehrenamtlich engagiert.
Er verbreitete Kraft, Mut und gute Stimmung. Wo er wirkte, war Leben, Bewegung und Freude.
Bei seiner Verabschiedungsfeier am 3. Juni 2015 in Urnenhain Linz-Urfahr fanden sich an die 500 Trauergäste ein. Ja, Franz Czejka war für viele ein Freund, ein Vorbild, ein Vertrauter.

In berührenden Nachrufen würdigte ihn für seine einzigartige Wertschätzung aller Menschen, mit denen er in Berührung kam, der ehemalige Reichenauer Pfarrer Hans Wührer.
Für seine Leistungen im Sport seit frühester Kindheit bis ins hohe Alter der Landespräsident der ASKÖ Oberösterreich Konsulent Fritz Hochmair.
Für seine Leidenschaft und Einsatzbereitschaft für die Feuerwehr, die ihm gleichermaßen Beruf und Berufung war, der Landesbranddirektor Dr. Wolfgang Kronsteiner.
Und für sein unvergleichliches ehrenamtliches Engagement in vielen Bereichen der Landespräsident des Pensionistenverbandes Konsulent Heinz Hillinger.

Stellvertretend für die vielen Gebiete, in denen er nachhaltige Spuren hinterließ, soll an dieser Stelle - in seiner Homepage "Feuerwehrmuseum" - der Nachruf des oberösterreichischen Landes-Branddirektors Dr. Wolfgang Kronsteiner wiedergegeben werden. Er hat Franz Czejka sehr gut gekannt und war ihm seit vielen Jahren eng verbunden. Das kam in seinen bewegenden Worten sehr gut zum Ausdruck:

Erinnerungen an Franz Czejka
27. Mai 1926 bis 26. Mai 2015


"Lieber Franz!
Du bist, vielmehr warst, ein Mensch, der stets etwas bewegt hat. Ein Mensch, der sich bewegt hat, in der Sache etwas bewegt hat, Menschen bewegt hat, Dinge in Bewegung gebracht hat.
Und heute, eine Woche, nachdem klar war, dass du dich nie wieder wirst bewegen können, bewegst du uns erst recht. Uns, die wir heute hier zusammen gekommen sind, um uns noch einmal in deiner Kameradschaft aufgehen zu lassen, um noch einmal dieses Gefühl nachzuerleben, dich - Franz Czejka - in unserer Mitte zu haben.
Es ist für mich persönlich eine Ehre und ich bin dankbar dafür, heute hier stehen zu dürfen, um zu versuchen, das in Worte zu fassen, was wir alle mit dir verbinden. Uns dabei zu helfen, Bilder und Geschichten, die wir von dir haben bzw. mit dir erlebt haben, zu erwecken, um nicht die Trauer, sondern das, was man langläufig als Erinnerung bezeichnet, in uns in Bewegung zu bringen.
Erlaubt mir bitte, dass ich meine Erinnerungen an Franz mit jenen Dingen beginne, die mich selbst bewegen und die für mich diesen vielfach und höchst geehrten Franz Czejka ausmachen, diesen Franz Czejka, der mich bewegt hat.
Dort, wo ich aufgewachsen bin, in der Feuerwehr, in der ich mein Handwerk gelernt habe, in Puchenau, hattest du, lieber Franz, immer einen ganz, ganz besonderen Stellenwert. Die Verbindung ging über die Einsatzabwicklung unter Nachbarn weit hinaus. Beim ersten Treffen, das ich in jungen Feuerwehrjahren mit dir hatte, hat mich deine laute, etwas kratzende Stimme, dein mächtiger, dahinterstehender Befehlston, ordentlich in Angst und fast würde ich sagen auch in Schrecken, nein - vielmehr Ehrfurcht, versetzt. Mir schien, als ob jede Faser deines Körpers, speziell deine klaren und glänzenden Augen den gegebenen Befehl mit ausstrahlen und aussprechen würden. Czejkas Wort - eine unverrückbare, menetekelhafte Handlungsanweisung. Ein Wort, das keinen Widerspruch erlaubte, weil es einerseits auf klarer Beurteilung und entschlossener Entscheidung beruhte und andererseits, verpackt durch eine besondere Art der Vermittlung, keinen Widerspruch duldete.
Nach diesem ersten Herantasten habe ich rasch erkannt, dass hinter diesem Auftreten kein Stück an Unnötigkeit, an Einschüchterungswillen oder Unbedachtheit stand. Es war ausschließlich getragen vom grundkameradschaftlichen Drang, Menschen in Bewegung zu bringen, Menschen größtmögliche Einsatzleistung abzuverlangen, vor allen Dingen aber auch, sie zu schützen, oft auch vor sich selbst zu schützen.
Er hat uns beeindruckt, nicht nur durch sein Auftreten, vor allem durch sein Wissen, sein Können, seine unnachahmliche Art, schwierige Dinge zu erklären und Komplexitäten in einfach verständliche Häppchen zu zerteilen und damit nicht nur Wissen, sondern vor allem Bewusstsein zu schaffen. So habe ich bald - ich denke, da bin ich in Gesellschaft von vielen hier - Franz Czejka als Synonym für die Berufsfeuerwehr Linz gesehen. Ich gebe es zu, ich habe damals den Branddirektor nicht gekannt, ich hatte kein Bild von ihm, er war mir nicht spürbar, es gab nur einen, der für diese Berufsfeuerwehr stand und das war Franz Czejka.
Man sagt das oft so einfach hin, dass es immer wieder und ausschließlich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eines Unternehmens, einer Institution, einer Körperschaft sind, die diese ausmachen. Sie sind die Gesichter, die Bilder dieser Einrichtungen. Franz war das Gesicht der Berufsfeuerwehr Linz.
Er hat, wie schon gesagt, immer etwas bewegt, vorrangig Menschen bewegt. Er hat sie nicht nur befähigt, er hat sie im wahrsten Sinne des Wortes auch angetrieben, er hat sie aber auch stimmungsmäßig in Bewegung gebracht. Er hat gespielt, gesungen und Lebensfreude zum Infektionsrisiko gemacht. Er hat stets organisiert bzw. dafür gesorgt, dass organisiert wird.
Er hat seine besondere Stimme benutzt, um Sachen auf den Punkt zu bringen und zwar unverrückbar auf den Punkt zu bringen. Er hat es geschafft, Menschen mit seinem rauen Ton zu umarmen. Mir ist das noch bei keinem Menschen, den ich bisher in meinem Leben kennen gelernt habe, so ergangen. Jemanden mit seiner Stimme, seinem Auftreten, seinem Wesen zu umarmen, ohne ihn zu berühren.
Bis zuletzt war Initiative sein Programm, Unentschlossenheit und Stillstand wohl seine größten Feinde und alles in der Mischung sein größter Jungbrunnen.
In Monika fand er wohl seine kongeniale Partnerin. Ich schließe das aus meinen persönlichen Erfahrungen der letzten Jahre, in denen ich die beiden im Rahmen ihres Wirkens rund um verdiente Feuerwehrfunktionäre der Kameradschaft höherer Feuerwehroffiziere erleben durfte. Ich bin mir bis heute nicht sicher, ob es da nicht eine für mich sehr intransparente Seite des Franz Czejka gibt. Manchmal, denke ich nämlich, hat er mit großer Begeisterung und mit Engagement Initiativen seiner Frau zu den seinen gemacht und mehr ihren Befehlen gehorcht als sie selbst im gewohnten Führungsverfahren entwickelt. Jedenfalls hat er keine Gelegenheit ausgelassen, um seine Monika in den Fokus zu stellen, um auch ihr Wirken sichtbar zu machen.
Wie auch immer - sie haben zuletzt beide unendlich viel für andere getan und gemeinsam am Mobile der Kameradschaft gedreht.
Neben diesen ganz höchstpersönlichen Empfindungen, die ich im Denken an Franz habe, hat - und das gilt immer an solchen Tagen des Abschiedes - jeder seine eigenen Geschichten und seine eigenen Bilder von Franz Czejka. Jeder hat sie und sie sind genau jetzt und überall in diesem Raum präsent.
Da ist der Franz als umsichtiger Einsatzleiter, der den Wolfgang Anzinger und seine Kameraden, die sich beim Modelllagerbrand in der VOEST 1978 zu weit in die Flammen wagten, an der Schulter packt und mit den Worten zurückreißt "Seid´s deppat, Buam - geht´s sofort zurück!"
Da ist der Franz als nimmermüder Lehrer und Bewusstseinsbilder, der Spraydosen zu Flammenwerfern umfunktioniert, mit Benzinrutschen chemische Grundregeln und Gefahren unter die Haut gehend präsentiert und mit Staubexplosionen die Themen Vorbeugung, Eigenverantwortung und Sicherheitsbewusstsein landauf, landab furios in Szene setzt.
Da ist das Bild, wo derselbe Franz über Literatur und Unterlagen brütet und Lehrgänge für Gefahrguttransport, Gasrettung und Lagerfacharbeiter zusammenstellt und dann mit viel Praxisbeispielen auch vorträgt. Alles mit Begeisterung nach seiner Leitidee: Nur wer selbst begeistert ist, kann andere begeistern!
Da ist der Franz mit der Ziehharmonika, der nicht müde wird, andere zu unterhalten, ihnen Freude zu geben, sie zu animieren.
Derselbe Franz, der auf der Bühne steht und Sommerfeste und Vorweihnachtsfeiern für Behinderte moderiert und aus den dankbaren Augen, die ihn bewundern und ihrem fröhlichen Lachen immer wieder neue Kraft gewinnt. Der Verein, den er da unterstützt, nennt sich "Helfen statt reden" - und das tut er, der Franz.
Da ist der Franz, der selbst als Vorbild, körperliches Training und sportlichen Drill in den Dienstbetrieb unverrückbar integriert, selbst mitmacht und unerbittlich nachstößt, wenn´s zu gemütlich hergeht. Er, der bei jedem Jugendlager den Morgensport kultiviert und immer neue Wettbewerbe erfindet, um das körperliche Tun lust- und spaßvoll zu machen.
In einem anderen Bild, nein, das ist ja ein ganzer Film, da fährt Franz Czejka auf seinem maroden Radl. Er fährt entlang der Staffellaufstrecke beim Landesbewerb, er scherzt oder zeigt Strenge und alle schätzen seinen Umgang mit den Kameradinnen und Kameraden.
Zum Schluss startet er dann den von ihm erfundenen Bewerb der Mopedfahrer, die die Strahlrohre hin und her transportieren. Ein Riesen-Gaudium, die Truppe ist begeistert, sie steht auf den Franz und ist wieder zusammengeschweißt.
Und vielleicht noch eines der vielen Bilder: Auf ihm sehen wir den Franz, der überraschend bei der Vollversammlung seiner Hofkirchner Feuerwehr auftaucht, eine flammende Rede hält und seinen Kameraden zum Schluss eine Miniatur der "Gefallenengedenkglocke von Rovereto" überreicht. Und man sollte wissen, dass das Original jeden Abend mit 100 Schlägen dazu einlädt, über den Frieden nachzudenken.

Ja, das sind die Bilder von Franz Czejka, einige Bilder nur, aber sie schaffen die Erinnerung, in der wir ihn behalten sollen, in der er Spuren hinterlassen hat, in der er uns bewegt hat und hier und heute bewegt.

Lieber Franz! Die Feuerwehr trauert um ein Idol - wir trauern um einen Freund.
Danke für dein Tun, Danke für deine Kameradschaft, Danke für deine Freundschaft und dafür, dass du dieses Feuer für die Feuerwehr an so viele weitergegeben hast.
Ich verneige mich vor dir und deinem Wirken und salutiere dir, stellvertretend für alle Feuerwehrleute dieses Landes, ein letztes Mal!

Wolfgang Kronsteiner und alle deine Freunde und Kameraden."

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