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Geballte Informationen für die KhFO

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30. Oktober 2012.
In den Vereinbarungen, die der Kameradschaft höherer Feuerwehroffiziere als Richtlinien zugrunde liegen, wird der Zweck dieser einmaligen Organisation wie folgt beschrieben:
Informationen - Erfahrungsaustausch - Weiterbildung im Bereich des Feuerwehrwesens - Pflege der Kameradschaft - Aufrechterhaltung der Verbindung zum Oö. Landes-Feuerwehrverband.
Das Programm der 94. Tagung am 30. Oktober 2012 entsprach in allen Punkten exakt dieser Aufgabenstellung.
39 Kameraden versammelten sich morgens im Mehrzwecksaal des neu adaptierten Traktes des Landesfeuerwehrkommandos an der Linzer Petzoldstraße.
Sie wurden von ihrem Vorsitzenden E-BR Josef Hackl empfangen. Nach der Begrüßung verwies er auf das im Dezember geplante vorweihnachtliche Treffen in Wels, das keinem anderen Zweck als der Pflege der Kameradschaft gewidmet werden soll.
Darauf folgten kurze organisatorische Hinweise: Wichtig sei ihm gewesen, die Erfassung aller maßgeblichen Daten der Kameraden abzuschließen, für jedes der derzeit 76 Mitglieder seien darüber Ordner angelegt worden, die im Verlauf des Vormittags übergeben werden. Die KhFO zähle damit zu den bestdokumentierten Organisationen.
Kürzlich wurde eine Kassaprüfung KhFO-intern durchgeführt. Die Kontrollorgane Rockenschaub und Hörmannseder berichteten über eine völlige Übereinstimmung von Belegen und Beträgen und stellten damit dem Kassier Kornberger ein tadelloses Zeugnis aus. Empfohlen wurde jedoch, die Kassierung künftig den modernen Möglichkeiten (Einziehung per Abbuchungsauftrag) anzupassen.

Es folgte der mit Spannung erwartete Höhepunkt der Tagung: Landesbranddirektor Dr. Wolfgang Kronsteiner widmete sich ausführlich dem Thema, das in den letzten Monaten jeden der Feuerwehrleute in Oberösterreich bewegt: Die Zukunft der Feuerwehr wird derzeit in jeder Gruppierung heftig diskutiert, dabei werden Ängste geschürt und Gerüchte verbreitet, radikale Kürzungsmaßnahmen werden kolportiert. Alles in allem ein Szenario, das verunsichert, demotiviert und das Engagement der Ehrenamtlichen in Frage zu stellen scheint.
Um es vorweg zu nehmen: Die Erklärungen des Landesbranddirektors beruhigten und überzeugten zugleich. Wie vom Oö. Feuerwehrreferenten bereits bei der Busfahrt nach Burghausen kurz angeschnitten worden war, wird die in Angriff genommene Neustrukturierung keinesfalls eine Schwächung des Feuerwehrwesens zur Folge haben. Im Gegenteil: Nach sorgfältiger Evaluierung der Einsatztätigkeiten und der daraus resultierenden Aufgaben und Ausstattungen müssen die Feuerwehren neu und vor allem bedarfsgerecht aufgestellt werden.
In ihren Pflichtbereichen, die sich natürlich je nach Infrastruktur stark voneinander unterscheiden können, soll es zu Anpassungen kommen, die nur eines zum Ziel haben, nämlich die Schlagkraft der Wehren zu erhöhen. Dazu sei es notwendig, die jeweiligen Schutzziele zu definieren und diese als Leitlinie für eine effektive Gefahrenabwehr auch deutlich zu transportieren. Das bedinge natürlich auch, dass es regelmäßig zur Adaptierung der individuellen Bedarfsplanungen kommen müsse, damit sie der jeweiligen Entwicklung gerecht werden.
Dr. Kronsteiner stellte auch klar, dass der Rechnungshof lediglich seine Aufgabe erfülle, wenn er die Wirtschaftlichkeit, Zweckmäßigkeit und Sparsamkeit des Mitteleinsatzes im Feuerwehrwesen prüfe. Wenn er darüber hinaus Empfehlungen zur inhaltlichen Veränderung von Aufgaben gebe, könne er das zwar tun, zwingend Folge leisten müsse man aber nicht.
Der Spruch "Wer zahlt, schafft an" müsse gerade, was die Feuerwehr betrifft, umgewandelt werden in "Wer leistet, schafft an". Die Ehrenamtlichkeit im Feuerwehrwesen ermögliche nämlich, dass etwa ein Drittel bis zu 80 % der Leistungen nicht aus öffentlichen Mitteln, sondern von den Feuerwehren selbst erbracht werden.
An dieser Stelle ist es natürlich nicht möglich, all die hochinteressanten Analysen und Richtung weisenden Konsequenzen im Detail anzuführen, die Dr. Kronsteiner offen legte.
Nur stichwortartig kann auf zukunftsträchtige Projekte wie eine verstärkte Verankerung der Feuerwehren in der Bevölkerung, auf einen intensivierten Kontakt mit Kindern und Jugendlichen oder auf geänderte Förderungsrichtlinien, auf Fahrzeugflexibilisierung oder Typenbereinigung eingegangen werden.
Die vom Landesbranddirektor dargelegten Schritte zur Feuerwehr der Zukunft stießen bei den KhFO-Mitgliedern nicht nur auf Interesse, sondern auch auf Verständnis. Sicher ist, dass sie in ihren Bezirken, wenn sie mit den Aktiven zusammentreffen, viel Positives zur Akzeptanz der geplanten Feuerwehrreform beitragen werden.

Nach so viel Zukunftsweisendem entspannte ein Beitrag von E-BFR Dr. Alfred Zeilmayr, der sich auf ein Ereignis im Jahr 1947 bezog: Die Serienbrände auf dem Schafberg.
Zeilmayr zeigte eine Powerpointpräsentation mit altem Bildmaterial und Texten, die Aufschluss über Entstehung und Bekämpfung der Brände gaben. Es war die seinerzeit noch mit Heizkessel und Dampfmotor ausgestattete Schafbergbahn, die die Brände nach einer langen Trockenperiode im August 1947 auslöste. Löschwasser gab es in den Brandbereichen nicht, die weiten Strecken und das steile Gelände stellten ungeheure Anforderungen an die Feuerwehrleute. Die Entfernung zur Brandstelle betrug 4 Kilometer und 310 Höhenmeter waren zu überwinden.
Es kam zu einer spektakulären Löschwasserförderung über den so genannten Purtschellersteig. 47 Feuerwehren waren beteiligt, 474 Mann und zusätzlich 700 Helfer waren unter schwierigsten Bedingungen tätig. Beachtlich war auch der Einsatz von 25 Tragkraftspritzen, die bis zu 300 kg wogen. Eine enorme Herausforderung, die schließlich gelang nach dem Motto: Großereignisse bedingen die Zusammenarbeit der Feuerwehren, und zwar flächendeckend!

Die Viertelstunde bis zum Mittagessen wurde genützt, um den Kameraden ein paar Fotos von der gelungenen Fahrt zur Landesausstellung im September d.J. zu zeigen, oder um persönliche Gespräche zu führen. Dann stärkte man sich der Jahreszeit entsprechend mit einem Hirschbraten, den der Koch der Landesfeuerwehrschule für seine zahlreiche Kundschaft mindestens ebenso köstlich zuzubereiten versteht wie die Meister der Haute Cuisine.

Der bereits oben zitierte Feuerwehrreferent Landesrat Max Hiegelsberger war der nächste Informant, er vermittelte den Kameraden den Stand der Feuerwehrreform aus politischer Sicht. Er stellte in Aussicht, dass die diesbezügliche gesetzliche Regelung voraussichtlich nächstes Jahr zu erwarten sei. Er selbst sei jetzt gemeinsam mit dem Landesbranddirektor in den Bezirken unterwegs, um die beabsichtigten Änderungen vorzustellen. 12 Bezirke habe man schon besucht, die restlichen werden noch dieses Jahr informiert werden. Hiegelsberger freut sich, dass die Diskussion auf hohem Niveau geführt werde. Ein Begutachtungsentwurf wurde erstellt, es gebe darauf sehr gute Reaktionen. Jetzt sei man bei der Feinabstimmung.
Was die weiteren Planungen betrifft, so arbeite man daran, den gesamten Katastrophenschutz inklusive Zivilschutzverband, d.h. die gesamten Hilfe leistenden Organisationen im Gebäude der Landesfeuerwehrschule zusammenzuführen.
Man habe sich auch um Verbesserungen im Hochwasserschutz bemüht, beim Machlanddamm befinde sich nun das zentrale Lager für die dafür erforderlichen Materialien.
Das ehrenamtliche Engagement sei weiterhin gegeben, viele seien bereit, Funktionen zu übernehmen, die Entwicklung laufe gut, man brauche sich keine Sorgen wegen der Besetzung der Aufgabengebiete zu machen. Der Landesrat anerkannte, dass die Basis dafür u. a. von den heutigen Mitgliedern der KhFO geschaffen worden sei, die Gemeinschaft und deren Pflege sei dabei das Wesentliche.
Einige Kameraden nahmen die Gelegenheit wahr, dem Oö. Feuerwehrreferenten Fragen zu stellen, die er präzis und zur Zufriedenheit der Fragesteller zu beantworten wusste.

Der Feuerwehrbus startete dann zum Aufbruch zum nächsten Treffpunkt bei der FF Walding, wo die KhFO-Mitglieder so zu sagen ein Kontrapunkt zum Waldbrand 1947 erwartete:
Im überaus funktionell und ansprechend gestalteten neuen Feuerwehrhaus präsentierten der Waldinger Bürgermeister LAbg. Josef Eidenberger und der Hausherr, Abschnittskommandant BR Rudi Reiter einen hervorragend gestalteten Rückblick auf das Hochwasser 2002. Natürlich hatten die Medien seinerzeit über die schweren Schäden berichtet, die das Wasser damals im Gemeindegebiet Walding anrichtete.
Der von persönlichem Erleben geprägte, reich mit Foto- und Filmmaterial ausgestattete Vortrag des Bürgermeisters aber ging unter die Haut. Es ist noch einmal etwas anderes, wenn man die Schicksale der von der Katastrophe Betroffenen, deren verzweifelten Kampf gegen Wassermassen und Vermurungen so anschaulich vermittelt bekommt.
Es waren weitere Erfahrungen, die die Kameraden in sich aufnahmen. Sie werden sie zu gegebenem Zeitpunkt anderen Personen, die von ähnlichem Unheil bedroht sind, weiter geben können.

Die Tagung klang mit erfrischenden Getränken und einer Führung durch das Waldinger Feuerwehrhaus aus, die Kameraden fuhren zurück in die Landesfeuerwehrschule und dann nach Hause.
Sie waren voll von vielen unterschiedlichen Eindrücken an einem Tag, voll von geballter, theoretischer Information und von praxisbezogenen Dokumentationen.
Zu viel davon? Nein, die Kameraden vertragen Herausforderungen, sie sind weiterhin wissbegierig, engagiert und belastbar. Andernfalls wären sie ja nicht bei der KhFO.
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