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Bild: Exp2: Immer schon ging Franz Czejka den Ursachen auf den Grund, die für die Entstehung von Bränden und sonstigen gefährlichen Einsätzen maßgeblich waren. In jedem Fall versuchte er, die Brandursachen zu analysieren, um daraus wichtige Schlüsse für die Vermeidung von Gefahren zu ziehen und in der Folge die Grundlagen für eine effektive Brandverhütung zu schaffen. Seine Leidenschaft für die Chemie kam ihm dabei sehr zugute.

Als für die Ausbildung der Mannschaft der Berufsfeuerwehr Linz zuständiger Offizier vermittelte er seine Erkenntnisse zunächst seinen Kollegen, um sich später auch gerne für Vorträge bei anderen Feuerwehren und Organisationen zur Verfügung zu stellen.

Sehr schnell verbreitete sich die Nachricht, dass Czejka seine Vorträge mit teils spektakulären Experimenten sehr anschaulich gestaltete und dass man somit als Zuhörer und Zuseher griffig über die Entstehung von Bränden und die Wirkung von gefährlichen Stoffen informiert wurde.
So gesehen bewirkten seine Vorträge eine gewisse Nachhaltigkeit, denn so manch ein Feuerwehrmann entsinnt sich in einer Gefahrensituation heute noch des von Czejka vermittelten Lernstoffes.

Auf Anregung des Berufsförderungsinstitutes (BFI) entwickelte Franz Czejka in den 70er Jahren gemeinsam mit einem Techniker und einem Juristen die Ausbildungsgrundlagen für Gefahrgutlenker. Diese müssen im Umgang mit gefährlichen Stoffen, die sie als Ladung auf Straßen und Schienen befördern, gut geschult sein. Da die gesetzlichen Bestimmungen (ADR, RID etc.) immer wieder modifiziert werden, weil sie den sich ständig ändernden Bedürfnissen angepasst werden, müssen sich die Gefahrgutlenker in Abständen von 5 Jahren einer Nachfolgeschulung unterziehen.

Ein weiterer Kurs Gasrettung kam auf Czejkas Initiative zustande. Die umfangreichen Schulungsunterlagen, die den Kursteilnehmern auch als Nachschlagwerk dienen, erstellt und aktualisiert er gemeinsam mit seiner Gattin selbst.

Auch der Kurs Lagerfachkraft ist eine Erfindung von Czejka, der damit eine wichtige Lücke schließen konnte: Mit diesem Kurs ist nämlich gewährleistet, dass die gefährlichen Güter, die von ausgebildeten Gefahrgutlenkern zugestellt werden, im Lager selbst fachmännisch behandelt oder gelagert werden.
Seit mehr als dreißig Jahren und auch heute noch ist Franz Czejka als Lehrer für das BFI tätig.
Bild: Exp1: Bild: Exp3: Bild: Exp4:
Erklärungen zu den im Jahr 1975 entstandenen Fotos:

Auf dem Bild oben zeigt Czejka in einem Experiment, welch verheerende Wirkung ein Wassertropfen in einem Fettbrand auslöst.
Die Erklärung: Die Temperatur brennenden Öls oder Fetts beträgt ca. 300 Grad Celsius. Wasser verdampft bei 100 Grad, es ist schwerer als Fett, sinkt daher sogleich zum Boden und zerknallt explosionsartig. Das brennende Fett wird mit einer gewaltigen Stichflamme aus dem Gefäß geschleudert, schwer beherrschbare Zimmerbrände sind die Folge.

Im Bild unten links sieht man Franz Czejka bei der Demonstration von Spraydosen. Deren Zusammensetzung aus Treibgas, festen Stoffen, Alkohol oder Aceton und ähnlichen brennbaren Flüssigkeiten kann beim Zuführen von Feuer oder eines elektrischen Funkens eine gewaltige Flamme ähnlich einer Lötlampe oder eines Flammenwerfers hervorrufen oder auch in gefährlicher Weise explodieren.
Früher wurde als Treibgas ein unbrennbares Gas (FCKW) verwendet. Wegen seiner die Umwelt schädigenden Wirkung wird dieses Gas nun nicht mehr eingesetzt. Heute enthalten die Spraydosen das Flüssiggas "Butan". Viele wissen nicht um die Gefahr, die von Spraydosen ausgeht. Dabei sind sie in der Regel gut sichtbar mit Gefahrensymbolen nach dem Chemikaliengesetz gekennzeichnet.

In der Mitte demonstriert Czejka eine Staubexplosion. Schon im kleinen Versuch wird sichtbar, wie gefährlich selbst harmloser Staub werden kann, wenn er erhitzt wird bzw. unter Druck gerät. Da kann man sich gut vorstellen, was passiert, wenn ein Sägewerk oder eine Mühle explodiert.

Rechts daneben erklärt Franz Czejka an Hand einer eigens gebastelten Benzinrutsche, dass Benzindämpfe ungefähr vier Mal schwerer sind als Luft. In ein Gefäß oben in der Rutsche füllt er Benzin. Die Dämpfe sinken im Zickzack der Rutsche abwärts, mit einem Fidibus können sie unten entzündet werden. Die Flamme steigt auf bis zum Benzin, das auf diese Weise von unten her in Brand gesetzt wird. Die Erkenntnis aus diesem Versuch ist für Feuerwehrmänner, aber auch für alle Kraftfahrer von großer Bedeutung: Auf die Gefahr von Benzindämpfen in Mulden ist besonders zu achten. Wie leicht kann ein weggeworfener Zigarettenstummel zur Katastrophe führen!


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