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Bild: Propan1:

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Bild: Propan3:

Bild: Propan5:

28. Dezember 1976.
Die Berufsfeuerwehr der Stadt Linz erreicht die Meldung, dass es im Bereich des Parkplatzes vor einem Großkaufhaus im Linzer Industriegebiet zu einem Gasaustritt aus einem Oberflurtank gekommen sei.

Beim Eintreffen der Feuerwehr konnte das gewaltige Ausmaß der Gefahr festgestellt werden - aus dem ca. 5000 Liter fassenden Tank strömte das tiefgekühlte Gas unter Druck aus, dicke Schwaden des verdampfenden Flüssiggases wälzten sich über die gesamte Betriebsfläche des Einkaufzentrums. Es bestand höchste Explosions- und Brandgefahr.

Ein Arbeiter hatte - ohne zu wissen, dass der Tank mit Gas befüllt war (das hatte einen Tag davor ein anderer gemacht) - einen Flansch demontiert, der verheerende Gasaustritt war die Folge. Bei der Demontage erlitt der Mann schwere Erfrierungen an den Händen - tiefgekühltes Propangas hat eine Temperatur von minus 42 Grad!

Ein Feuerwehrmann versuchte zunächst, den Flansch zu schließen, aber auch er erlitt bei diesem Versuch durch den direkten Kontakt mit dem Flüssiggas Erfrierungen am rechten Knie und Oberschenkel und musste ins Unfallkrankenhaus eingeliefert werden.

Als Oberbrandrat Franz Czejka als damals diensthabender Inspektionsoffizier die Brisanz dieses Unfalls über Funk mitbekam, begab er sich unverzüglich zum Einsatzort, um seine Mannschaft zu unterstützen. Als Sofortmaßnahme wurde die Räumung des Kaufhauses und der Parkfläche angeordnet. Soweit möglich, wurden alle Personen von den Feuerwehr- und Polizeibediensteten in Sicherheit gebracht.

Um das Entzünden des gefährlichen Gas-Luftgemisches zu verhindern, wurde das gesamte Areal von der Polizei abgeriegelt. Der Fahrzeugverkehr im Nahebereich der Einsatzstelle wurde auf der Prinz Eugenstraße und der Industriezeile gesperrt.
Die Hilfsmannschaften waren selbst in äußerster Gefahr. Die Einsatztätigkeit beschränkte sich daher zunächst auf Sicherungs- und Absperrmaßnahmen.

Dann aber wurde Hochdruck eingesetzt, einerseits um die Gaswolken zu Boden zu drücken, andererseits musste der Sprühstrahl auch in Richtung der Tür zum Kaufhaus eingesetzt werden. Drinnen befanden sich nämlich noch einige Besucher. Es musste verhindert werden, dass sie das Kaufhaus verließen, denn beim Hinausgehen hätten sie die elektrisch geschaltete Öffnungstür in Betrieb gesetzt, eine Entzündung der Gaswolke durch elektrischen Funken wäre die Folge gewesen. Nach dem Ausfließen der Befüllung wurde der Tank wieder abgedichtet, der Blindflansch wieder angebracht.

Anschließend wurden mit dem Explosimeter Ex-Messungen auf dem Betriebsgelände durchgeführt. Nachdem die Messungen auch innerhalb des Verkaufsgebäudes negativ verliefen und auch außerhalb unmittelbar beim Tank kein zündfähiges Gas-Luftgemisch mehr vorhanden war, wurden die getroffenen Sicherungsmaßnahmen aufgehoben.


Dieser und ähnliche Einsätze haben Franz Czejka verstärkt nach den Eigenschaften von Gefahrstoffen forschen lassen. Er hat sich im Bereich der gefährlichen Güter ein umfangreiches Wissen angeeignet, das er bei seiner nunmehr fast 30 Jahre währenden Lehrtätigkeit in Kursen für Gefahrgutlenker, Gasrettungsleute und Lagerfachkräfte vermittelt.


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